Vom Strafen und Belohnen- 1. Teil

 

Eine immer wieder kehrende Frage in jeder Eltern-Kind-Beziehung und jeder pädagogischen Debatte ist die Frage nach dem Loben und Strafen.

Einige wichtige Gedanken von verschiedenen Autoren und Autorinnen dazu habe ich gesammelt.

Im ersten Teil  kommt Marshall B. Rosenberg, der Begründer des Konzeptes der „Gewaltfreien Kommunikation“ zu Wort und ich möchte die Zitate absichtlich unkommentiert stehen lassen, um ihre Aussagekraft nicht zu schmälern.

 

Ich würde  weder Belohnung noch Strafe als pädagogisches Mittel einsetzen, beide gehören zum gleichen System. Zu einem System, in dem Recht und Gerechtigkeit durch Vergeltung hergestellt wird. Es basiert auf der Vorstellung von „verdienen“, davon, dass jemand, der gut ist, es verdient hat, belohnt zu werden, und wer schlecht ist, es verdient hat, bestraft zu werden. Es ist dieses Denk- und Rechtssystem, zu dem Belohnung und Bestrafung gehören, und es ist dieses System, das mir Sorgen macht.

 

Das Problematische an Belohnung ist, dass sie mit Liebe und Zuneigung verwechselt wird und dann macht sie abhängig. Dann tun wir alles, um Belohnungen, Lob und Komplimente zu bekommen, und das ist in meinen Augen gefährlicher als Bestrafung. Und diese Abhängigkeit macht aus einem Menschen eine nette Person. Nett und tot.

 

Ich finde, es gibt kaum etwas Gewalttätigeres, als zu sagen: „Ich liebe dich, wenn du dein Zimmer aufräumst“, denn es zerstört die Schönheit von Liebe, indem es sie an Bedingungen knüpft.

 

Wenn ich sage: „das hast du toll gemacht“, dann tue ich so, als würde ich wissen, wann etwas toll ist und wann es nicht so toll ist. (…) Ich würde als Elternteil mehr davon haben und das Kind würde klarer spüren, was ich meine, wenn ich ihm sagen würde, wie ich mich damit fühle, was das Kind gemacht hat und welche Bedürfnisse es erfüllt.

 

Wenn mein Wert davon abhängig ist, ob mich jemand lobt, dann ist mein Selbstwertgefühl gleich null. Dann gebe ich all meine Macht in die Hände von anderen.

 

Marshall B. Rosenberg

 

 

Fortsetzung folgt…

 

 

Mich würde interessiert, wie es Euch mit dem Strafen und Belohnen geht. Wurdet Ihr als Kind viel bestraft? Wurdet Ihr viel gelobt? Empfindet Ihr Lob als problematisch? Was denkt Ihr über Rosenbergs Ansatz des Prinzips der Vergeltung, zu dem Strafe und Lob gehören?

Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Katharina

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